Finanzartikel mit Schlagwort: ‘vorsteuer’

Vorsteuer bei Photovoltaikanlage

Geschrieben von Redaktion am in Umsatzsteuer - Vorschriften

Am 09.11.2011 wurden drei Urteile über den Vorsteuerabzug bei der Errichtung bzw. Renovierung von Gebäudedächern im Zusammenhang mit der Installation von Photovoltaikanlagen entschieden. Im ersten Fall wurde entschieden, dass der Stromerzeuger den Vorsteuerabzug aus den Herstellungskosten eines neu errichteten, nicht anderweitig genutzten Schuppens teilweise beanspruchen kann. Voraussetzung ist, dass die unternehmerische Nutzung mindestens 10 % beträgt. Der anteilige Vorsteuerabzug aus der Herstellung des Schuppens ist gegebenenfalls zu schätzen (XI R 29/09). Im zweiten Fall wurde entschieden, dass ein neu errichteter Carport für die Unterstellung des privaten Pkw zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt, sofern der Stromerzeuger eine PV-Anlage auf dem Dach installiert. Die unternehmerische Nutzung muss mindestens 10 % betragen, die private Verwendung des Carports muss aber infolge als sogenannte unentgeltliche Wertabgabe versteuert werden (XI R 21/10). Im dritten Fall ging es um die Dachrenovierung einer schon vorhandenen leer stehenden Scheune. Die Neueindeckung des Daches wurde vorgenommen, um eine PV-Anlage auf dem Dach zu installieren. Für die Aufwendungen aus der Neueindeckung des Daches kann nach Auffassung des BFH der Vorsteuerabzug teilweise beansprucht werden. Hier ist die Nutzung des gesamten Gebäudes der unternehmerischen Nutzung für die Stromlieferung gegenüberzustellen. Die anteiligen Vorsteuerabzugsbeträge sind ohne Berücksichtigung der 10 %-Grenze ansetzbar, da es hier nicht um Herstellungskosten, sondern um Erhaltungsaufwendungen in Form von Dienstleistungen geht (XI R 29/10).
 

Vergütung Vorsteuer 2010

Geschrieben von Redaktion am in Umsatzsteuer - Vorschriften

Bis zum 30.09.2011 kann die Vorsteuer, die im Ausland verausgabt wurde, über die Vorsteuervergütung wieder erstattet werden. Sofern dies Vorsteuerbeträge aus der übrigen EU sind, ist seit dem 01.01.2010 zwingend das elektronische Verfahren anzuwenden. Vordrucke für das Erstattungsverfahren sind über das Bundeszentralamt für Steuern an die zuständige ausländische Finanzbehörde weiterzuleiten. Zu beachten ist, dass eine Vorsteuervergütung nur möglich ist, wenn der Vergütungsbetrag pro Land mindestens 50 EUR beträgt. Beträgt der Vorsteueranspruch mindestens 400 EUR pro Staat, darf die Vorsteuer auch quartalsweise beantragt werden. Für jeden EU- Mitgliedsstaat, sind die Mitgliedsbeiträge gesondert zu beantragen. Ab einer Bemessungsgrundlage (Nettobeträge) von 1.000 EUR benötigt der Erstattungsstaat die Eingangsrechnungen in digitaler Form. Die entsprechenden Belege sind dem Vergütungsantrag elektronisch beizufügen. Da die Übermittlung der Daten vollelektronisch erfolgt, ist eine Authentifizierung notwendig.
 

Vorsteuervergütungsverfahren verlängert

Geschrieben von Redaktion am in Umsatzsteuer - Vorschriften

Die EU-Kommission weist darauf hin, dass der Ministerrat beschlossen hat, die Frist für die Beantragung von Mehrwertsteuer-Erstattungen bezogen auf das Jahr 2009 um sechs Monate zu verlängern. Inländische Unternehmer, die im Ausland Lieferungen oder sonstige Leistungen beziehen, können die ihnen in Rechnung gestellte ausländische Umsatzsteuer unter bestimmten Voraussetzungen erstattet bekommen (Vorsteuer-Vergütungsverfahren). Das Vorsteuer-Vergütungsverfahren innerhalb der EU wurde zum 01.01.2010 grundlegend geändert. Der Vergütungsantrag der im Web-Portal im betreffenden Mitgliedsstaat des Unternehmers zu stellen ist, sollte dabei jeweils bis spätestens 30.09. des Folgejahres gestellt werden. Dabei gab es jedoch bei einigen Mitgliedsstaaten technische Probleme. Wegen dieser Verzögerungen wurde nun die Frist bis 31.03.2011 für die Beantragung von Mehrwertsteuer-Erstattungen für das Jahr 2009 verlängert.
 

Aufteilung von Vorsteuern bei Gebäuden

Geschrieben von Redaktion am in Umsatzsteuer - Vorschriften

Die Aufteilung von Vorsteuern ist nach dem Urteil des Finanzgerichts Münster vom 08.12.2009 auch weiterhin nach dem Umsatzschlüssel möglich. Im Urteilsfall hatten die Kläger das von ihnen errichtete Wohn- und Geschäftshaus zum Teil umsatzsteuerfrei bzw. steuerpflichtig vermietet. Die erforderliche Aufteilung der auf die Baukosten entfallenden Vorsteuern ermittelte das Finanzamt nach dem Verhältnis der vermieteten Flächen. Nach Meinung des Gerichts ist es jederzeit möglich, sich auf die Vorgaben der sechsten EG-Richtlinie zu berufen, die als Regelaufteilungsmaßstab den Umsatzschlüssel vorsieht.