Finanzartikel mit Schlagwort: ‘regelmäßige arbeitsstätte’

Zugbegleiterin – regelmäßige Arbeitsstätte

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Mit Urteil vom 23.11.2016 (Az. 2 K 2581/14) hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst täglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, dort dennoch keine regelmäßige Arbeitsstätte hat, weil sie ihre Haupt-tätigkeit im Zug erbringt. Die Zugbegleiterin erhielt von ihrem Arbeitgeber ein Job-Ticket für die Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte (Bahnhof). Für diese Fahrten machte sie Werbungskosten i.H. der Entfernungspauschale geltend. Das Finanzamt hingegen qualifizierte diese Fahrten als Dienstfahrten und erkannte wegen des Jobtickets keine Werbungskosten an. Auch das Finanzgericht schloss sich der Auffassung des Finanzamtes an, denn der Mittelpunkt der Tätigkeit der Klägerin befand sich in den jeweiligen Zügen, so dass sie eine Auswärtstätigkeit ausgeübt hat. Der Klägerin sind aufgrund des Jobtickets keine eigenen Werbungskosten entstanden, so dass ein W erbungskostenabzug ausscheidet.
 

Regelmäßige Arbeitsstätte – Berufskraftfahrer

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Eine Entscheidung zur regelmäßigen Arbeitsstätte eines Berufskraftfahrers ist seitens des FG Berlin-Brandenburg mit Datum 09.10.2015 ergangen (9 K 9101/12). Streitig war, ob ein Berufskraftfahrer seine regelmäßige Arbeitsstätte am Firmensitz hat, wenn er dort den Lkw übernimmt, abliefert und in der Werkstatt tätig ist. Die Hälfte der Arbeitstage im Jahr war der Fahrer außerhalb des Firmensitzes mit dem Lkw unterwegs. Hierzu führten die Richter u.a. aus, dass u.a. regelmäßige Arbeitsstätte der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers ist und wo er seine geschuldete Leistung zu erbringen hat, gem. EStG, welcher er zugeordnet ist und die nachhaltig und immer wieder aufgesucht wird. Diese Kriterien treffen im Streitfall zu.
 

Außendienstmitarbeiter – regelmäßige Arbeitsstätte

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Gem. dem FG Münster mit Urteil vom 17.02.2016, 11 K 3235/14 E, stellt der Betriebssitz eines Außendienstmitarbeiters dessen regelmäßige Arbeitsstätte dar, wenn er diesen arbeitstäglich aufsucht und von dort mit einem Firmenfahrzeug die Einsatzorte anfährt. Demzufolge sind die Fahrtkosten nur in Höhe der Entfernungspauschale abzugsfähig. Im vorliegenden Fall ging es um das Veranlagungsjahr 2013. Das Finanzgericht hat die Klage abgewiesen, das Urteil ist nicht rechtskräftig, Revision beim BFH wurde zur Fortbildung des Rechts zugelassen. U.a. war die Begründung, dass der Kläger sich, genau wie seine im Büro tätigen Kollegen, auf die täglichen Fahrten zur Betriebsstätte einrichten konnte. Die neuere Rechtsprechung ist insofern für Fälle wie den Streitfall zu modifizieren.
 

Ausbildungsstätte als regelmäßige Arbeitsstätte

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Vor dem Bundesfinanzhof wurde nun im Mai 2014 entschieden, ob der Ausbildungsbetrieb eines Auszubildenden zum Ansatz von Reisekosten führen kann. Der BFH verneint diese Frage strikt und begründet, dass der Azubi diesem Betrieb dauerhaft zugeordnet ist. Es kommt damit nur zum Ansatz der Entfernungspauschale, wenn der Azubi seinen Ausbildungsbetrieb aufsucht. Reisekostengrundsätze kommen dagegen zur Anwendung, wenn die Berufsschule aufgesucht wird.