Finanzartikel mit Schlagwort: ‘fahrtkosten’

Fahrtkosten – Vermietung und Verpachtung

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Im Regelfall können Vermieter die Fahrtkosten zu ihrem vermieteten Objekt mit der Pauschale von 0,30 EUR für jeden gefahrenen Kilometer als Werbungskosten geltend machen. Die Entfernungspauschale kommt zur Anwendung, wenn das Vermietungsobjekt die regelmäßige Tätigkeitsstätte des Vermieters ist, so der BFH mit Urteil vom 01.12.2015, IX R 18/15 (Pressemitteilung Nr. 34/16 vom 20.04.2016). Im Streitfall wurde das Objekt 165-mal bzw. 215-mal im Jahr aufgesucht. Sowohl Finanzamt als auch BFH kamen zu dem Ergebnis, dass am Objekt eine regelmäßige Arbeitsstätte vorliegt. Am Vermietungsobjekt kann ein Vermieter eine solche haben, wenn er dieses nicht nur gelegentlich, sondern nachhaltig, fortdauernd und immer wieder aufsucht.
 

Fahrtkosten bei Selbständigen

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Ob der volle Fahrtkostenansatz auch für Fahrten eines Selbständigen zu mehreren Tätigkeitsstätten gilt, muss der BFH in einem anhängigen Verfahren prüfen (Aktenzeichen VIII R 47/11). Nun hat das FG Münster in einem weiteren Verfahren diese Auffassung bestätigt und wegen der grundsätzlichen Frage Revision zugelassen. Die Finanzverwaltung lehnt es bisher ab, die Rechtsprechung zu Arbeitnehmern auch auf Selbständige zu übertragen. Im Urteilsfall hatte die Klägerin an unterschiedlichen Orten Musikunterricht erteilt. Der Ansatz der Fahrtkosten mit 0,30 EUR pro gefahrenen Kilometer wurde abgelehnt, da es sich laut Finanzamt um Fahrten von der Wohnung zur Betriebsstätte handelt. Das Finanzgericht bestätigte jedoch die Auffassung der Klägerin, wonach in Kundeneinrichtungen keine Betriebsstätten vorliegen können. Es wurden die tatsächlich gefahrenen Kilometer zugrunde gelegt.
 

Fahrtkosten im Praktikum

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Der BFH hat am 16.01.2013 erneut zu Fahrtkosten eines Kindes Stellung genommen. Wieder kam er zum Ergebnis, dass die Fahrtkosten als Reisekosten und damit mit den tatsächlichen Kosten abziehbar sind. Ein Student hatte den praktischen Teil seiner Hochschulausbildung in einem Betrieb außerhalb der Hochschule absolviert. Der BFH stellt fest, dass der Betrieb keine regelmäßige Arbeitsstätte wird und damit die Entfernungspauschale nicht zum Ansatz kommen kann. Für den Ansatz von Reisekosten müssen jedoch tatsächliche Aufwendungen entstanden sein.
 

Fahrten zu Fortbildungen

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Bisher wurden Bildungseinrichtungen wie z. B. Universitäten oder Fachhochschulen als regelmäßige Arbeitsstätte angesehen, wenn diese über einen längeren Zeitraum zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts aufgesucht wurden. Danach konnten Fahrtkosten nur mit der Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend gemacht werden. Nach dem Urteil des BFH vom 09.02.2012 wird die Bildungseinrichtung nicht mehr als regelmäßige Arbeitsstätte qualifiziert. Damit könnten diese Fahrten nach den Grundsätzen einer beruflichen Auswärtstätigkeit geltend gemacht werden. Bei Fahrten mit dem eigenen Pkw können nun 0,30 EUR je gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Soweit öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden, können jedoch auch nur die tatsächlich nachgewiesenen Aufwendungen in Ansatz ge bracht werden. Fahrkarten und sonstige Belege müssen deshalb aufbewahrt und dem Finanzamt nachgewiesen werden.