Finanzartikel mit Schlagwort: ‘Erststudium’

Festsetzungsfrist bei Verlusten wegen Werbungskosten Erststudium

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Das Finanzgericht Hamburg hat über eine Klage entschieden, in der die Klägerin die Feststellung ihrer Verluste aus dem Jahr 2004 im Jahr 2013 nochmal begehrte. Hierbei ging es um Werbungskosten für ein Erststudium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Die geltend gemachten Aufwendungen wurden durch das Finanzamt als Sonderausgaben berücksichtigt, die eingereichte Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages durch die Klägerin blieb durch das Finanzamt unbeschieden. Im Jahr 2013 stellte die Klägerin erneut einen Antrag auf Feststellung des Verlustvortrages auf den 31.12.2004. Dieser wurde wegen Festsetzungsverjährung abgelehnt, die Klage wurde abgewiesen. Denn ein verbleibender Verlustabzug für bereits festsetzungsverjährte Jahre ist nur dann festzustellen, wenn die zuständige Finanzbehörde Kenntnis von dem negativen Gesamtbetrag der Einkünfte hatte und die Feststellung des Verlustvortrags pflichtwidrig unterlassen hat. Das Finanzgericht hat entschieden, dass dies nicht der Fall ist, denn Aufwendungen wurden durch das Finanzamt als Sonderausgaben berücksichtigt. Zudem hätte die Klägerin die Möglichkeit gehabt, durch einen Untätigkeitseinspruch im Hinblick auf den nicht beschiedenen Verlustfeststellungsantrag tätig zu werden.
 

Erststudium als Werbungskosten

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Der BFH hat mit seinem Urteil vom 15.11.2013, veröffentlicht am 8.1.2014, die Finanzverwaltung in ihrer Auffassung bestätigt, wonach Kosten für ein Erststudium grundsätzlich nicht als vorweggenommene Werbungskosten abziehbar sind. Die Aufwendungen für ein Erststudium, das zugleich auch eine Erstausbildung vermittelt, sind nur als Sonderausgaben abziehbar. Damit ist ein Verlustvortrag derartiger Aufwendungen zudem unmöglich. Baut das Studium aber auf eine bereits absolvierte Berufsausbildung auf, kann nach mehrfacher Rechtsprechung des BFH auch ein Erststudium als Werbungskosten anerkannt sein.
 

Musterverfahren zum Erststudium

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Von den Finanzämtern wird mit Hinweis auf die neue gesetzliche Änderung verweigert, die Kosten für ein Erststudium als Werbungskosten zu berücksichtigen. Gegen die neue Rechtslage wendet sich das vom Bund der Steuerzahler unterstützte Musterverfahren. Entgegen der Finanzverwaltung wird die Auffassung vertreten, dass Berufsausbildungskosten zwingend zu den unbegrenzt abzugsfähigen vorweggenommenen Werbungskosten oder Betriebsausgaben gehören. Der Bundesfinanzhof hatte diese Ansicht im Sommer 2011 bestätigt. Noch im Herbst 2011 wurde durch den Gesetzgeber entschieden, diese Rechtsprechung nicht anzuwenden, wobei das Gesetz rückwirkend geändert wurde. Bei Ablehnung durch das Finanzamt sollte auf das Musterverfahren verwiesen werden mit Hinweis au f das BFH Urteil VI R 15/11.
 

Berufsausbildungskosten

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Mit dem Schreiben vom 22.09.2010 hat das BMF die Merkmale der erstmaligen Berufsausbildung, eines Erststudiums und einer Berufsausbildung/Studium im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses festgelegt. Danach gilt grundsätzlich, dass Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder eines Erststudiums keine Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen, es sei denn, die Bildungsmaßnahme findet im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses statt. Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung, die keine Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind, können bis zu 4.000 EUR im Kalenderjahr als Sonderausgaben abgezogen werden. Sofern der Berufsausbildung oder dem Studium eine abgeschlossene erstmalige Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Erststudium vorausgegangen sind, handelt es sich dagegen um Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Hierzu ist jedoch erforderlich, dass ein hinreichend konkreter, objektiv feststellbarer Zusammenhang mit späteren im Inland steuerpflichtigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit besteht.