Finanzartikel mit Schlagwort: ‘doppelten Haushaltsführung’

Verpflegungsmehraufwand verfassungsgemäß

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Der BFH hat klargestellt, dass die Begrenzung des Abzugs von Mehraufwendungen für die Verpflegung auf drei Monate bei einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung verfassungsgemäß ist (BFH Urteil vom 08.07.10, veröffentlich am 03.11.2010). Mehraufwendungen für die Verpflegung können im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung pauschal aber beschränkt auf die ersten drei Monate an derselben Tätigkeitsstätte zum Abzug zugelassen werden. Streitig war, ob die geltende Dreimonatsfrist im Rahmen der doppelten Haushaltsführung verfassungsgemäß ist. Durch die Begrenzung auf drei Monate wird nach Ansicht des Gerichts im Rahmen einer sog. „Doppelverdienerehe“ keine ökonomische Entwertung der beiderseitigen Berufstätigkeit verursacht. Verpflegungsmehraufwendungen fallen auch bei allen anderen Arbeitnehmern an und werden auch hier nur für drei Monate berücksichtigt. Nach Meinung des Gerichts kann sich im Regelfall der Steuerpflichtige bei einer doppelten Haushaltsführung nach einer mehrmonatigen Übergangszeit auf die Verpflegungssituation am Beschäftigungsort einstellen, die Höhe der Kosten beeinflussen und damit einen Mehraufwand minimieren oder sogar vermeiden.
 

Eigener Hausstand bei doppelter Haushaltsführung

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Nach dem BFH-Urteil vom 21.04.2010, veröffentlicht am 18.08.2010, ist es keine zwingende Voraussetzung für die Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung, dass der Arbeitnehmer für die Kosten des Haushalts aufkommt. Ein lediger Arbeitnehmer hatte am Arbeitsort eine 64 m² große Wohnung und am Haupthausstand im Haus seiner Eltern einen Haushalt zu führen. Die Vorinstanz wies die Klage ab, weil der Kläger bei seinen Eltern keinen eigenen Hausstand unterhalten habe. Insbesondere habe er nicht nachweisen können, dass er sich dort finanziell am Unterhalt eines Hausstands beteilige. Dies sei doch zwingende Voraussetzung für die Annahme eines eigenen Hausstandes. In einem zweiten Rechtsgang muss nun das zuständige Finanzgericht erneut über den Sachverhalt entscheiden. Dabei wird auch zu berücksichtigen sein, dass b ei alleinstehenden Arbeitnehmern mit zunehmender Dauer der Auswärtstätigkeit grundsätzlich immer mehr dafür spricht, dass die eigentliche Haushaltsführung und auch der Mittelpunkt der Lebensinteresse am Beschäftigungsort liegen oder dorthin verlegt wurden.
 

Telefonkosten absetzbar

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Nach einer Entscheidung des niedersächsischen Finanzgerichts vom 02.09.2009 können Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen mehr als eine Woche von ihrem eigenen Hausstand abwesend sind, anstelle einer wöchentlichen Heimfahrt die Kosten für ein wöchentliches Telefonat mit ihren Angehörigen als Werbungskosten abziehen. Bisher hatte der BFH die Gebühren für ein Ferngespräch bis zu einer Dauer von 15 Minuten als Werbungskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung bereits zugelassen. Das niedersächsische Finanzgericht hatte einem Marinesoldaten Recht gegeben, der für mehrere Monate auf einer Fregatte eingesetzt war. Die angesetzten Aufwendungen im Rahmen der Auswärtstätigkeit sind nach Meinung des Gerichts auch hinsichtlich eines Telefonats mit einer maximalen Gesprächsdauer von 15 Minuten pro Woche ansetzbar.
 

Wohnmobil – Doppelte Haushaltsführung?

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Das FG Rheinland-Pfalz hat in dem Urteil vom 23.07.2008 zur Frage Stellung genommen, ob die Grundsätze einer doppelten Haushaltsführung bei einer auswärtigen Unterbringung in einem Wohnmobil zur Anwendung kommen. Nach Ausführungen des Gerichts ist jedoch bei einer Unterbringung in einem Wohnmobil kein (zweiter) Haushalt am Beschäftigungsort gegeben, der durch ein Leben in einem Wohnmobil während der Arbeitswoche hergestellt werden könne. Vor allen Dingen wurde dies im Streitfall damit begründet, dass das Fahrzeug nicht am Standort verblieben ist, sondern zu Wochenendheimfahrten bzw. weiteren Dienstoder Privatfahrten verwendet wurde.