Finanzartikel mit Schlagwort: ‘außergewöhnliche Belastungen’

Außergewöhnliche Belastungen nur bis notwendige Höhe

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Die Steuerpflichtigen führten gegen einen Architekten einen Rechtsstreit, weil Schimmelpilzbefall aufgetreten war. Der gegenwärtige und künftige Schaden musste aufgrund des positiven Ausgangs des Rechtsstreits vom Architekten übernommen werden. Der beauftragte Rechtsanwalt hat ein Stundenhonorar mit 200,00 EUR wie vereinbart abgerechnet. Der Ansatz als außergewöhnliche Belastung wurde vom Finanzamt zunächst grundsätzlich versagt. Das Finanzgericht kam aber zu einer Abzugsmöglichkeit, allerdings nicht in der von den Klägern beantragten Höhe. Wenn die Kosten für den Rechtsanwalt den Gebührenrahmen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes übersteigen, sind diese insoweit nicht mehr angemessen. Für diese grundsätzlich einschränkende Abzugsmöglichkeit ist nun eine Nichtzulas sungsbeschwerde beim BFH anhängig.
 

Scheidungskosten die Zweite

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Das FG Niedersachsen hat im Februar 2015 entschieden, dass Scheidungskosten ab 2013 nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden können. Es beruft sich auf die gesetzliche Neuregelung, die ab dem Veranlagungszeitraum 2013 anzuwenden ist. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes werden ca. 50 % der Ehen geschieden, weshalb Scheidung kein außergewöhnliches Ereignis darstelle. Das Finanzgericht Niedersachsen tritt mit seinem Urteil anderen Auffassungen entgegen (z. B. Finanzgericht Rheinland Pfalz). Es wurde Revision beim BFH zugelassen.
 

Unterbringung im Wohnstift

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Nach einer Entscheidung des BFH vom 14.11.2013 können krankheitsbedingte Kosten für die Unterbringung in einem Wohnstift als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Nur zwangsläufig entstehende Aufwendungen sind zu berücksichtigen, d.h. diese dürfen den üblichen Bedarf nicht übersteigen. Abziehbar sind danach neben den konkret angefallenen und in Rechnung gestellten Pflegekosten dem Grunde nach auch die Unterbringungskosten. Vom Pauschalentgelt für die Nutzung des Wohnstiftes ist damit die Haushaltsersparnis abzuziehen und mit dem Restbetrag als außergewöhnliche Belastungen absetzbar.
 

Krankheitskosten – Einspruch einlegen

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Krankheitskosten werden beim Abzug als außergewöhnliche Belastungen um die zumutbare Belastung gekürzt. Nun ist ein Revisionsverfahren mit dem Az. VI R 33/13 zur Frage anhängig, ob derartige Aufwendungen ohne Kürzung um die sogenannte zumutbare Belastung steuerlich abziehbar sind. Bereits Finanzgerichte haben sich mit der Frage beschäftigt, ob der Umfang der ungekürzt zu berücksichtigenden Krankheitskosten nicht sinnvoller auf das sozialhilfegleiche Belastungsniveau abgestellt werden sollte. Unter Berufung auf das Revisionsverfahren und gleichzeitigem Antrag auf Ruhen des Verfahrens wird die Finanzverwaltung den Einspruch zunächst offenlassen.