Finanzartikel mit Schlagwort: ‘ausland’

Kindergeld bei Au-Pair im Ausland

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Der BFH hat in seiner Pressemitteilung vom 06.06.2012 bekanntgegeben, dass Sprachaufenthalte im Rahmen eines Au-Pair-Verhältnisses im Ausland grundsätzlich nur dann als Berufsausbildung anzusehen sind, wenn diese von einem durchschnittlich mindestens zehn Wochenstunden umfassenden theoretisch-systematischen Sprachunterricht begleitet werden. Der Kindergeldanspruch für volljährige Kinder besteht dann, wenn das Kind für einen Beruf ausgebildet wird. Eine Berufsausbildung muss nicht in einer Ausbildungs- oder Studienordnung geregelt sein. Sie muss auch nicht zur Erreichung eines bestimmten Berufsziels unerlässlich sein. Der Sprachunterricht von Au-Pairs wird aber vom BFH für erforderlich gehalten, weil auch Auslandsaufenthalte, die nicht Ausbildungszwecken die nen, regelmäßig zu einer Verbesserung der Kenntnisse in der jeweiligen Landessprache führen.
 

Sprachkurs im Ausland

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Die Kosten für einen Sprachkurs im Ausland können in der Regel nur anteilig als Werbungskosten abgezogen werden. Bei der Ermittlung der abziehbaren Kosten kommt es nicht auf den zeitlichen Anteil des Sprachunterrichts an der Dauer des Auslandsaufenthalts an (BFH vom 24.02.2011). Liegt einer Sprachreise kein unmittelbarer beruflicher Anlass zugrunde, sind die mit dem Sprachkurs verbundenen Reisekosten aufzuteilen. Die Aufteilung kann aber auch nach einem anderen als dem zeitlichen Aufteilungsmaßstab erfolgen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Sprache in dem Land, in dem sie gesprochen wird, im Allgemeinen effizienter als im Inland zu erlernen sein wird. Andererseits darf bei Sprachreisen der touristische Wert des Aufenthaltsorts am Kursort nicht unbeachtet bleiben. Der BFH hob die Entscheidung der Vorinstanz auf und verwies den Rechtstreit an das FG zurück.
 

Unterhaltszahlungen Ausland

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Der BFH hat seine Rechtsprechung zur Abzugsfähigkeit von Unterhaltszahlungen an im Ausland lebende Verwandte/Ehegatten als außergewöhnliche Belastung geändert (BFH Urteile vom 05.05.2010, veröffentlicht am 01.09.2010). Voraussetzung für die Annahmen einer gesetzlichen Unterhaltsberechtigung ist die Bedürftigkeit des Unterhaltsempfängers, die nun konkret bestimmt werden muss. Dabei müssen die zivilrechtlichen Voraussetzungen eines Unterhaltsanspruchs nach dem BGB vorliegen. Bei landwirtschaftlich tätigen Angehörigen greift die widerlegbare Vermutung, dass diese nicht unterhaltsbedürftig sind, soweit der landwirtschaftliche Betrieb in einem nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates üblichen Umfang und Rahmen betrieben wird. Nach dieser Entscheidung ist künftig die Unterhaltsbedürftigkeit eines Unterhaltsempfängers zu prüfen und na chzuweisen und kann nicht mehr dem Grunde nach unterstellt werden. Im Zweifelsfall trägt der Steuerpflichtige die Feststellungslast.
 

Unterhalt von Personen im Ausland

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Aufwendungen von Unterhaltszahlungen an gesetzlich unterhaltsberechtigte Personen im Ausland können nur als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden, soweit die Aufwendungen nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates der unterhaltenen Personen notwendig und angemessen sind. Die inländischen Höchstbeträge dürfen nicht überschritten werden. Die Frage, ob eine Unterhaltspflicht gegeben ist, richtet sich nach inländischen Maßstäben. Die Finanzverwaltung hat ihre dazu ergangene Anweisung durch ein BMF-Schreiben vom 07.06.2010 aktualisiert. Aus dem BMF-Schreiben ergeben sich auch Ergänzungen oder Änderungen zum Nachweis der Unterhaltsverpflichtung, z. B. zu erforderlichen Angaben, zu im Ausland lebenden Ehegatten, zur Arbeitslosigkeit, zum Alter der unterstützen Person, zur zeitlichen Zuordnung und zur Berechnung der eigenen Bezüge der unterhaltenen Person.