Finanzartikel mit Schlagwort: ‘Arbeitsstätte’

Home-Office als regelmäßige Arbeitsstätte

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Von der Finanzverwaltung wird darauf hingewiesen, dass aufgrund geänderter Rechtsprechung des BFH vom 09.06.2011 das häusliche Arbeitszimmer keine regelmäßige Arbeitsstätte mehr sein kann. Befinden sich die Räumlichkeiten unmittelbar in der Nähe der Wohnung des Arbeitnehmers und sind diese von den übrigen Räumen der Wohnung nicht getrennt, gelten diese Räume nicht als Betriebsstätte des Arbeitgebers. Das ist auch dann nicht der Fall, wenn der Arbeitnehmer diese Räume dem Arbeitgeber überlässt oder vermietet und der Arbeitnehmer die Räumlichkeit beruflich nutzt. Das Arbeitszimmer in der Wohnung begründet keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil es sich nicht um eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handelt. Darüber hinaus wird durch wöchentlich e Fahrten zum Betriebssitz der Betrieb nicht mehr zur regelmäßigen Arbeitsstätte, wenn der Mittelpunkt der Tätigkeit im Außendienst liegt. Sowohl die Fahrten zu den Kunden als auch die Fahrten zum Betrieb sind in solchen Fällen mit der Dienstreisepauschale oder mit den tatsächlichen Kosten als Werbungskosten abziehbar.
 

Arbeitsstätte bei Outsourcing

Geschrieben von Redaktion am in Finanznews und Steuerinfos

Der BFH nimmt im Urteil vom 09.02.2012 zu Outsourcing-Fällen Stellung. Danach sind Arbeitnehmer mit ihrer Ausgliederung regelmäßig auswärts tätig, vergleichbar mit bei Kunden ihres Arbeitgebers tätigen Arbeitnehmern. Wird jedoch ein Postbeamter unter Wahrung eines beamtenrechtlichen Status vorübergehend am bisherigen Tätigkeitsort einem privatrechtlich organisierten Tochterunternehmen der deutschen Telekom zugewiesen, liegen Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte vor. Dabei kann nur die Entfernungspauschale angesetzt werden und nicht die tatsächlich gefahrenen Kilometer. Eine Auswärtstätigkeit ist aber auch in den Fällen anzunehmen, in denen Arbeitgeber bestimmte Arbeitsbereiche auf andere rechtlich selbständige Unternehmer übertragen. Sofern d iese weiter in den Einrichtungen ihrer früheren Arbeitgeber tätig bleiben, liegt bei diesem Outsourcing eine reisekostenfähige Auswärtstätigkeit vor. Im vorliegenden Urteilsfall bestanden jedoch die arbeits- und dienstrechtlichen Beziehungen zum ursprünglichen Arbeitgeber unverändert fort, was die regelmäßige Arbeitsstätte beurteilen ließ.
 

Weiträumiges Waldgebiet

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Grundsätzlich führt ein weiträumiges Arbeitsgebiet zu einer einheitlichen Arbeitsstätte. Damit sind Verpflegungsmehraufwendungen für die Tätigkeit in diesem weiträumigen Arbeitsgebiet nicht möglich. Ein weiträumiges Arbeitsgebiet ohne jede ortsfeste, dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers ist nach dem BFH Urteil vom 14.06.2010 keine regelmäßige Arbeitsstätte. Ein ausgedehntes Waldgebiet eines Forstarbeiters kann deshalb zur Einsatzwechseltätigkeit führen, wonach Dienstreisegrundsätze anzuwenden sind.