Finanzartikel mit Schlagwort: ‘Alleinerziehende’

Haushaltszugehörigkeit bei Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Die Meldung eines Kindes in der Wohnung eines Alleinerziehenden stellt eine unwiderlegbare Vermutung für die Haushaltszugehörigkeit dar, lt. Urteil des BFH vom 05.02.2015. Somit ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu gewähren, sofern aber auch die weiteren Voraussetzungen bzw. Bedingungen vorliegen. Im Urteilsfall hatte die Tochter des verwitweten Klägers in einer eigenen Wohnung gelebt, war aber in der Wohnung des Vaters gemeldet. Das Finanzamt lehnte zunächst den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab, ebenso führte die Klage nicht zum Erfolg. Der BFH entschied jedoch zu Gunsten des Klägers und setzte die Einkommensteuer unter Berücksichtigung des Entlastungsbetrages fest, denn gem. den gesetzlichen Vorgaben wird unmittelbar vermutet, dass die Zugehörigkeit zum Haushalt anzunehmen ist, wenn das Kind in der Wohnung des alleinstehenden Steuerpflichtigen gemeldet ist. Somit kann der Entlastungsbetrag beansprucht werden, auch wenn das Kind tatsächlich in der eigenen Wohnung lebt.
 

Steuerliche Entlastung für verwitwete Alleinerziehende

Geschrieben von Redaktion am in Steuern und Finanzen

Nach dem Tod des Ehepartners werden Alleinerziehende im aktuellen Jahr und im Folgejahr des Todes noch mit dem Splittingtarif besteuert, also wie zusammenlebende Ehegatten einkommensteuerrechtlich behandelt. Im Anschluss entfällt jedoch dieser Vorteil und die Besteuerung erfolgt nach dem Grundtarif. Derzeit erörtert der BFH die Frage, ob diese Vorgehensweise den Grundsätzen des Grundgesetzes verstößt (Schutz der Ehe und Familie). Bei entsprechenden Fällen sollte dringend Einspruch eingelegt und bis zur Entscheidung der Steuerfall offen gehalten werden. Auch für die Folgezeit steht verwitweten Alleinerziehenden ggf. der Splittingtarif noch zu.