Erhöhte Grunderwerbsteuern als Kostenfaktor (Mehreinnahme)
7. Februar 2012 | Erstellt von admin | in Kategorie: Finanznews und Steuerinfos | Quelle: vsh-dl.deGrunderwerbsteuer – Höhe in den Bundesländern
Berlin war das erste Bundesland, das seine Grunderwerbsteuer anhob: von 3,5 auf 4,5 Prozent zum ersten Januar 2007. Für den Hauskäufer stiegen durch die Steuer verursachte Nebenkosten damit um 1.500 auf 6.750 Euro. Jüngst hat das Bundesland Berlin nun eine weitere Steuererhöhung um 0,5 Prozentpunkte beschlossen, sodass die Grunderwerbsteuer dort bald bei fünf Prozent liegen wird. Das bedeutet beim Kauf des Hauses für 150.000 Euro dann bereits eine Grunderwerbsteuer in Höhe von 7.500 Euro. Berlin ist kein Einzelfall. Aktuell (im Februar 2012) verharren nur noch die Bundesländer Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen bei der alten Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent. Und auch das wird nicht lange so bleiben. In Rheinland-Pfalz erhöht sich die Steuer bereits im März 2012 auf fünf Prozent. Mecklenburg-Vorpommern folgt dann im Juli. Für 2013 werden weitere Erhöhungen erwartet. Fast man zusammen, gilt derzeit (Stand: Februar 2012) folgende Grunderwerbsteuer:
- 5 Prozent: Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Thüringen.
- 4,5 Prozent: Berlin (noch), Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Sachsen-Anhalt.
- 3,5 Prozent: Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen.
Kritik aus den Verbänden
Für die Bundesländer bedeuten erhöhte Grunderwerbsteuern Mehreinnahmen. So schätzt das Land Schleswig-Holstein etwa, dass die Erhöhung der Steuer von 3,5 auf fünf Prozent achtzig Millionen zusätzliche Euro in die Kasse spült. Kritik kommt jedoch aus den Immobilienverbänden. So hat die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) jüngst die Präsentation des beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung in Auftrag gegebenen Gutachtens “Probleme der Grunderwerbsteuer und ihrer Anhebung durch die Länder” zum Anlass genommen, öffentlich niedrigere Grunderwerbsteuern zu fordern. „Dieser Steuerwettlauf der Länder würde vor allem zulasten junger Familien ausgetragen, obwohl die Städte und Gemeinden gerade auf deren Zuzug angewiesen sind“, heißt es in der Mitteilung des BSI. Zugleich wies der Bundesverband auf Probleme von Wohnungs- und Immobilienunternehmen hin, die durch erhöhte Grunderwerbsteuern in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt würden. Die Grunderwerbsteuer verhindere häufig die Fusion von Wohnungsunternehmen, die durch den demografischen Wandel notwendig werden“, schreibt der BSI. Auch höhere Grunderwerbsteuern haben ihre Licht- und Schattenseiten.
Autor: Matthias Kirchner | kirchner-immobilienbewertung.de
Artikelbeitrag wurde bisher 438 mal gelesen

(2 Artikelbewertungen, Quote: 4,50 / 5)
